Bikepacking Mainradweg - Spontane Laufrad Alternative immer Fluß aufwärts


Nach der Tour ist vor der Tour und so kreisten bei unserem letzten gemeinsamen Bikepacking Trip auf dem Rennsteig schon die Gedanken um die nächste Tour. Carsten hatte sich unterdessen von seinem Fatbike getrennt, da ihm schon länger die Notwendigkeit hierzulande, so ein schwerfälliges Monster über die Trails zu schleppen, nicht erschloß. Eine weise Entscheidung, welche ich natürlich in jeder Hinsicht klasse und nachvollziehbar finde :-  )



Um ab jetzt leichtfüßiger unterwegs zu sein und auch mal ordentlich Pace machen zu können, hat er sich für einen Gravelracer - ein Kona Roadhouse in Rot - entschieden. Zu seinen vorhanden Bags von Revelate Design gesellte sich noch ein Framebag von Apidura.


So ist mein Salsa Vaya mit einer Kombi aus Wildcat Gear und Alpkit Bags ab nun in bester Gesellschaft und wir waren diesmal mit zwei Allroadern am Start. Yeah!!

Aber warum gerade einen Flußradweg fahren, wenn wir schon mit Gravel-Allroadern unterm Hintern unterwegs sind? Nunja, Carsten ist ja mit seinen gut 2Meter Gesamthöhe wirklich ein Hüne. Der Rahmen seines Roadhouse stemmt das Gewicht ohne Probleme, aber den Serien-Laufrädern wollte er diese dauerhafte Last im Gelände nicht zumuten. Entsprechend stabile custom Laufräder waren bereits bestellt, aber nicht rechtzeitig fertig geworden und so haben wir uns bei der Tourenwahl auf möglichst asphaltiertem Untergrund beschränken müssen. Somit lag als Kompromiss ein Radweg nahe und der Main-Radweg mit seinen 550km bot auch die entsprechende Länge, damit uns für 5 Tourtage die Kilometer nicht ausgehen. Um uns das zermürbende Gegenwindgefahre größtenteils zu ersparen, haben wir uns westlich startend für Weg Main aufwärts entschieden. Immer der Quelle entgegen. Zudem lag die Mainzer Gegend ziemlich Mittig zwischen unseren Heimatstädten und hat mit der Bahn für die Rückreise eine gute Anbindung.

Die Möglichkeiten direkt an der Mainspitze in Mainz die Autos für mehrere Tage kostenfrei zu parken, sind sehr eingeschränkt. So haben wir kurzerhand beschlossen, einfach eine Ortschaft weiter in Hochheim am Bahnhof zu parken und von dort aus zu starten. Der Main-Radweg ist von hier aus nur einen Steinwurf entfernt. Quasi Perfekt.

Bei der ersten Bikepacking Tour mit seinem neuen Schmalspurer wollte Carsten gleich möglichst viele Kilometer sammeln, aber ich wie immer nicht auf die kulinarischen Genüsse unterwegs verzichten. So unser Plan und und los ging es!


 



Tag 1  Hochheim - Dettingen

Einrollen im Großstadtgewusel





Es ist gegen 14Uhr an einem Montag Anfang August. Die Sonne strahlt, es ist trotzdem nicht zu warm und es weht ein laues Lüftchen. Die Bikepacking Gefährte sind gepackt und wir bester Laune - also ab auf die Piste!




Zwischen Mainz und Frankfurt geht es größtenteils recht urban am Main entlang. Hier und da ein paar grüne Abschnitte, aber meist die eine Großstadt im Blick und die andere im Rücken. Nach Möglichkeit hat Carsten gleich mal ordentlich rein getreten. Bahnunterführungen waren dabei kein Hindernis. Er war heiß auf Kilometer und hat so gleich mal die Führungsposition übernommen, aber es gab auch viel zu quatschen und wir haben schnell unser gemeinsames Tempo gefunden.



Pace machen, quatschen, orientieren trotz Beschilderung und GPS-Track funzt nicht. So hatten wir in Alkenberg gleich mal den Radweg verloren und standen am Feldrand, aber gegen eine Offroad Einlage ist ja generell nichts einzuwenden.

 


Bei Raunheim hatte uns der Main-Radweg wieder und über Hattersheim ging es schnurstracks weiter Richtung Frankfurt. Die Sonne hatte unterdessen ganz schön gedrückt. Die grünen Abschnitte mit schattigen Einlagen sorgten immer wieder für willkommene Abwechslung und etwas Erfrischung.





Genau, da lang! Rein in die Metropole, oder vorbei, oder durch, oder einfach am Main entlang. Egal, hier begann das Frankfurter Großstadtgewusel - selbst am Radweg.




Das kleine Hüngerchen hatte sich unterdessen auch gemeldet und an nem schattig Plätzchen waren die Stullchen fix aufgefuttert, bevor sie im Rucksack komplett gekocht werden. Zweifix saßen wir wieder auf den Bikes. Wir wollten einfach weg von der Radweghektik hier!






Stadtauswärts wurde es dann endlich wieder etwas ländlicher, grüner, ruhiger, schöner! Die Temperaturen hatten bisher schon ordentlichen Flüssigkeitsnachschub gefordert und die Beine wollten nun auch mal vertreten werden. Abgesehen von der direkten Nähe zum Radweg, wäre es hier schon ein perfekter Platz für die Nacht. So direkt am Main, ebener Wiese und Schatten nach Wahl. Nunja, soweit waren wir noch nicht und solche Gelegenheiten sollte es sicher nicht zum letzten Mal geben...





Die Gelegenheit was Leckeres für zwischendurch auch nicht. Wir hatten schon wieder ordentlich Fahrt aufgenommen und Kilometer abgespult, aber ein einladendes Eisschild in Hainstadt ließ uns natürlich nicht lange überlegen und voll in die Eisen gehen. Ne kleine Abkühlung bei den Temperaturen - immer her damit!




Etwas abgekühlt ging es gut gelaunt weiter. Es war nun schon später Nachmittag und unser Wasser an Board war nahezu verbraucht. So langsam mußten wir uns Gedanken über Wassernachschub generell und für das Camp gleicher maßen machen. Ab nun hieß es Augen auf!




Der Radweg war nun wie aus heiterem Himmel wieder ordentlich frequentiert. Die Möglichkeiten einfach mal irgendwo Trinkwasser zu zapfen, gingen gegen Null. Ändert ja nichts - Wasser brauchten wir trotzdem.





Kurzentschlossen hatten wir einfach beim Discounter in Seligenstadt nach getankt. Der Main-Radweg führt unmittelbar an dem Ort vorbei. Nutze die Möglichkeiten oder so konnten wir nun nach nem Plätzchen für die Nacht Ausschau halten. 





So langsam wurden die Schatten immer länger. Direkt am Radweg wollten wir natürlich nicht übernachten. Es sollte schon etwas chilliger sein. Klaro.






Irgendwie fanden sich auf dem Abschnitt nicht wirklich geeignete Plätze. Also weg vom Radweg. Auf der anderen Seite des Main in einem Waldstück bei Dettingen sollte sich doch etwas finden...




Nix da! Denkste. Entweder war es einfach zu Hang lastig, zu nahe am Wohngebiet, zu laut an der nächst gelegenen Hauptstraße, oder alles zusammen. Nene, so nicht! Also wieder zurück und weiter am Radweg Ausschau halten.


 


Nach kurzer Zeit und einer kleinen Schiebepassage wurden wir dann doch, einige hundert Meter vom Radweg entfernt, fündig. Uff. Der Main keine 20 Meter entfernt, auf einer geschützten Wiese war in Anbetracht der einbrechenden Dämmerung und der Möglichkeiten mehr als ein Kompromiss. Es war richtig schön und relativ ruhig hier.





Nun war es schon nach Neun und die Dämmerung meinte es ernst. Unsere Tarptents standen ruckzuck und nach der Dusche für den gepflegten Bikepacker war es dann wirklich finster. Punktlandung. Was zu futtern gabs natürlich auch noch als Tagesabschluß. So ne FBC-Mahlzeit ist schnell aufgegossen und wir konnten mampfend entspannt in voller Zufriedenheit den Tag Revue passieren lassen. Die Hitze hatte dann doch ordentlich rein gehauen, wir waren nach dem Futtern doch gut Bett lastig und genauso schnell in der Waagerechten. Am Tagesende sind es 82km geworden und ein Lekerlie gab es auch unterwegs :-  )






Tag 2  Dettingen - Ansbach

Hausmannskost, Barrieren und die Dämmerung erneut im Nacken



Die Nacht war bis auf das säuselnde tangieren der Hotelschiffe auf dem Main recht ruhig. Fast. Um Mitternacht hatte es zu regnen begonnen, was sich bis in den Morgen hin zog. Gegen halb Sieben wurde ich durch das sanfte Plätschern auf das Tarptent geweckt. Ansich ein schönes und beruhigendes Geräusch, aber zu dieser Zeit ziemlich doof. Carsten war auch schon munter und hatte den Regenradar aufm Düdellidüü gecheckt. Gegen halb Neun sollte es aufhören zu regnen und der Himmel aufreißen. Ok, gegen ein Extrastündchen rumlümmeln hatten wir beide in Anbetracht der Situation nichts auszusetzen.



Wer hätte es gedacht - in der Tat hat es pünktlich aufgehört zu tröpfeln. Jetzt aber raus. CHECK!





Frühstück war angesagt! Mit nem Kaff wurden langsam die müden Glieder wach gerüttelt und was Deftiges dazu haben die Einstiegsenergie für den Tag bereit gestellt. Carsten hat damit überhaupt keine Probleme und verdrückt am Morgen auch mal ganz lässig ne Abendmahlzeit - ein Big Block braucht halt etwas mehr Treibstoff! 





Langsam hatte sich die Sonne hinter den Wolken hervor getraut und ich war noch voll am genießen. Unterdessen hatte Carsten schon wieder alles auf links gedreht und war beim zusammenpacken. Jetzt mußte ich langsam mal den Finger ziehen - ist doch immer das Gleiche: Villarriba --> Villabajo ;-  ]





Ziemlich spät, gegen dreiviertel Elf, waren wir dann endlich auf der Piste. Ein Ziel für den Tag gab es wieder nicht. Einfach den Main hoch und sehen, wo wir gegen Abend ausrollen werden.





Es lief gut. Das Wetter hatte sich beruhigt, es war nicht zu warm und wir entsprechend gut drauf. Zwischen den Ortschaften gab der Radweg immer wieder in schönem Grün gebettet sein Stelldichein. Schön. Einfach nur treten, durchatmen und genießen.



Ja und zwischendurch ging es auch wieder durch das ein oder andere Städtchen, wie hier entlang des Schloß Johannisburg in Aschaffenburg.





Es ist Anfang August und nach Eins fängt die Sonne meist ordentlich an zu brennen, wenn sie darf. Sie durfte und schattig bewaldete Abschnitte gaben uns immer wieder eine willkommene Abkühlung.





Das überqueren des Main gehörte nun auch schon zum guten Ton. Die Landschaft veränderte sich hier im fränkischen deutlich. Es wurde sichtlich grüner und die Höhenzüge am Main waren schön anzuschauen ohne mit Höhenmetern zu quittieren. Visueller Genuß für Geist und Seele! Achja, Genuß...bei uns beiden hatte sich so ganz diskret ein kleines Hüngerchen bemerkbar gemacht. Nun gut, so gegen Zwei geht das in Ordnung, hatten wir einstimmig beschlossen. Im nächsten Ort wollten wir nun mal zünftig einkehren.





Ja genau - das muß jetzt alles rein! Tatsächlich hatten wir auf Empfehlung von Einheimischen in Großheubach zu einer kleinen versteckten Heckerwirtschaft gefunden und feinste fränkische Hausmannskost serviert bekommen. Das war wirklich nötig und verdammt lecker! Um uns wurde mehr Wert auf das konsumieren von Wein gelegt, aber das Interesse an unsern Bikes schien genauso groß. Schnell kamen darüber wir ins Gespräch und unter dem Schatten spendenden Sonnendach war es so richtig gemütlich. Wenn wir ein paar Schoppen intus hätten, wären wir wahrscheinlich bis in die Nacht hinein sitzen geblieben...


 

An der Promenade von Bürgstadt konnten wir nun mal die volle Länge der Hotelschiffe in Augenschein nehmen, welche die Nacht zuvor an unserem Übernachtungsplatz vorbei gesäuselt waren. Die langen Lastkähne waren ebenfalls noch zahlreich unterwegs, obwohl der Main langsam schmaler wurde.





Die für die Schifffahrt zu überwindenden Höhenmeter nahmen ab hier nun auch zu. Kleine Schiffshebewerke waren keine Seltenheit mehr. Unabhängig davon hatten die fränkischen Würstchen offensichtlich bei Carsten den Turbo gezündet. Ist ja nicht das erste Mal, daß er nach dem Konsum von Bratwürsten immer etwas ungehalten wirkt ;- >





Die Frequentierung des Radweges hatte hier im Fränkischen deutlich nachgelassen, was wir als durchaus angenehm empfanden. Abgesehen von den - zu unserer Überraschung - überwiegenden Anteil von E-Bikes auf der bisherigen Strecke, gab es auch noch ein paar Radfahrer/innen der alten Schule ohne Motor. Interessante Entwicklung. In Gespräche während der Fahrt vertieft, hatten wir eine Stunde später schon den nächsten Schiffsheber vor uns.





Gravel! Jawoll! Nach dem ewigen Asphalt-Radweg-Gebolze eine mehr als willkommene Abwechslung. Der Abend kündigte sich langsam an. Die Temperaturen gingen unterdessen mit den aufziehenden Wolken etwas zurück und für mich wurde es schon recht frisch. Jacke raus!





Der große Bär hatte eindeutig noch ausreichend Bratwurstenergie gebunkert und war scheinbar Kälte resistent. Nun gut, aber so langsam sollten wir uns Gedanken über unseren Wasservorrat machen, da es auf Sieben zu ging und wir nicht wieder kurz vor knapp wie gestern in der Dämmerung aufschlagen wollten.





Der Weg zog sich durch liebliche Wiesenfauna und die Sonne hatte sich auch nochmal gezeigt. Ein herrlicher Tagesausklang, aber die Möglichkeiten bisher an Trinkwasser zu kommen ergaben sich nicht. Ein Campingplatz kurz zuvor wäre eine Gelegenheit gewesen, aber dieser war leider verlassen und das Wasser natürlich überall abgestellt. Tja, unser Wasser war nun nahezu verbraucht und wir brauchten Nachschub!





Der Weg führte direkt an Bettingen vorbei und ich wollte im Ort schon nach dem Friedhof fragen, als ich auf der gegenüberliegenden Seite eine paar Jungs sah, welche gerade ein Vereinshaus aufschloßen. Bingo! Auf kurze Nachfrage konnten wir selbstverständlich unsere ganzen Wasserbehältnisse auffüllen. Kein Problem!






Gut Wasser bepackt waren wir nun bereit für ein feines Plätzchen irgendwo im Grünen, aber es bot sich einfach keine Gelegenheit. Hier im Main-Spessart-Kreis waren die Straßen entlang des Main sehr dominant und die Ortschaften lagen nahe beieinander. Etwas angespannt sind wir aus Mangel an Möglichkeiten nach Marktheidenfeld eingerollt. Dort tobte gerade mitten auf dem Radweg und entlang des Main ein fettes Volksfest. Darauf hatten wir in dem Moment überhaupt kein Bock! Wir hatten unterdessen schon ordentlich Kilometer in den Beinen, wollten nur noch den Schweiß abwaschen und an einem ruhigen Platz den Tag ausklingen lassen. Tja, danach sah es aber erst mal nicht auch. Grrrr.


Nach gefühlten Fünf Kilometer Menschenmassen und überhaupt kein Platz für Radfahrer, waren wir dann endlich wieder auf dem Radweg. Wir waren absolut allein und es wurde endlich wieder angenehm ruhig. Wie schön! Leider bot das Gelände am Streckenverlauf wieder mal keine Möglichkeit in irgendeiner Art und Weise halbwegs ebenen Untergrund zu finden. Es war schon wieder halb Neun und es begann zu dämmern. Genau das wollten wir doch unbedingt vermeiden. Verdammt!
Kurzerhand bin ich einfach einen und den einzigen Forstweg seit Kilometern ein Stück auf Verdacht hoch gefahren. Wir hatten nicht mehr viel Zeit bis zum Einbruch der Dunkelheit und eine Lösung mußte her! Carsten war anfangs nicht besonders davon angetan, da es ziemlich steil bergauf ging, aber Zeit für konspiratives Abwägen blieb nicht. Der Weg zog sich scheinbar endlos und immer steiler verlaufend in Serpentinen bergauf. Die großen Kettenblätter auf dem Roadhouse von Carsten haben ihn für den fahrenden Anstieg disqualifiziert und so bin ich voraus gefahren um die Lage zu checken. Für solche heftigen Steigungen hatte ich schließlich die Übersetzung am Vaya konfiguriert. Für irgend etwas muß doch das ganze Getune gut sein ;- )



Nach 3km und 150hm bergauf stieß ich unterhalb von Ansbach auf eine Lichtung. Etwas abschüßig und von einer Straße einsehbar, aber das Beste was uns passieren konnte. Unterdessen hatte Carsten aufgeschlossen und wir waren uns sofort einig darüber hier zu bleiben. Punkt
Wieder war es nach Neun und die Dämmerung unaufhaltbar. Unsere Hütten standen in Minuten und mit der Dusche war es dann auch dunkel. Auch dies mal ne Punktlandung, aber so kurz vor knapp muß das jetzt nicht jedes Mal ablaufen. Die wohlverdiente FBC-Mahlzeit nach der spontanen Höhenmetereinlage war nun wirklich nötig. Jetzt konnten wir uns auch etwas mehr mit unserem Plätzchen identifizieren. Zwei ebene Stückchen für unsere Tarptents gefunden, der Verkehr auf den naheliegenden Straße ging gegen Null und von der stark frequentierten Hauptstraße am Main war hier oben quasi auch nichts zu hören. Es war nahezu still, der Himmel sanft gefärbt, fast schon episch. Schon wieder Elf. Nach den heutigen 125km hatten wir uns nun richtig auf unsere Schlafsäcke gefreut und waren umgehend darin verschwunden.





Tag 3  Ansbach -Obernbreit

Bahntrassen, Mittagsflucht und jede Menge Leckerlies




Es war gegen Sieben, in der Nacht hatte es wieder geregnet und der Himmel hing noch etwas schwermütig über dem Gelände. Die Nacht war sehr ruhig und wir hatten außerordentlich gut geschlafen. Einstimmige Feststellung am Morgen! Schon verrückt, was sich manchmal für Locations aus der Not heraus auftun, wenn man im Zugzwang ist.





Heute wollten wir etwas früher loskommen, um nicht wieder am Abend auf der letzten Rille einzutrudeln. Wie gehabt hatten wir wieder kein bestimmtes Ziel für den Tag vor Augen. Einfach los und sehen, was sich gegen Abend ergibt. Gut gelaunt ging es also zur Frühstücksroutine über. Danach zusammen packen, Kette ölen, nochmal ordnen und los. Der große Mann war mir natürlich wieder ein Stück vorraus, aber ich gegen halb Zehn dann auch startbereit. Immer schön entspannt!





Die Wolken zerstreuten sich unterdessen und gaben der Sonne immer mehr Raum zur Entfaltung. Jetzt ging es erst mal wieder bis zum Main-Radweg bergab. Auf den am Vorabend erarbeiteten Höhenmetern konnten wir nun auf Asphalt mal ordentlich die Kuh fliegen lassen. Mit gut sechzig Sachen aus der kalten heraus war es dann doch recht frisch auf den schattigen Abschnitten, aber egal - einen besseren Start in den Tag hätten wir nicht haben können.





Tja und kaum ein paar Kilometer abgespult, konnten wir der Verlockung nicht widerstehen, kurz nach Elf ein zweites Frühstück in Sendelbach einzulegen. Kilometer mäßig waren wir bisher ganz gut unterwegs und das leibliche Wohl sollte natürlich auch auf der Strecke bleiben - wir sind im Plan!





Einfach mal laufen lassen. So ging es immer wieder mit Weitblick ins fränkische den Main aufwärts. In Gmünden am Main führte die Route kurzzeitig am Mühlbach entlang, wobei uns der Schatten spendende Verlauf dort sehr gelegen kam, da die Sonne mittlerer Weile wieder gut gedrückt hatte.



Es lief. Den Radweg wieder unter den Gummis, brauchten wir einfach nur der Nase nach Richtung Würzburg zu rollen. Der Verlauf zwischen Bahngleisen und Weinbergen verlief relativ ereignislos, wie es leider oft der Fall beim Verlauf von Flußradwegen ist. Die Stimmung war trotzdem gut und unsere Gedanken kreisten schon wieder um die nächste Mahlzeit. Hä? Gerade erst nen zweites Frühstück eingeworfen und schon wieder ans futtern denken...? Ok ok, das ist mein Part und auch ein Grund, warum ich auf Touren noch nie abgenommen habe ;- )





In Karlstadt angekommen hatten wir uns kurzer Hand beim Fleischer und im Discounter eingedeckt um dann Orts auswärts lecker zu mampfen. Gesagt, getan - naja...





...um kurz nach dem Auspacken von Bauer Horst mit seinem Monstermähdrescher verscheucht zu werden. Dort wo die Wolke zu sehen ist, saßen wir kurz zuvor noch und ihm schien das mal so richtig egal gewesen zu sein, zumal ehr offensichtlich seinem Mitfahrer Fahrstunden gab und sicher auch gut am oberen Rand des Feldes hätte bleiben können, wovon wir auch ausgingen als wir und dort nieder ließen. Idiot!!! Fluchtartig verließen wir Bank und Tisch, da so ein entspanntes Mittagessen nicht drin war und Carsten seinen Heuschnupfen auch nicht unbedingt herausfordern wollte.





Carsten hatte mal wieder schneller zusammen gepackt wie ich - nichts neues im Osten! Nachdem ich dann fluchend zu ihm aufgeschloßen war, fanden wir am Ortsausgang von Zellingen doch noch ein Plätzchen für den entspannten Mittagsmampf. Das Wetter hatte wieder umgeschlagen. Es wurde unterdessen sehr windig und kühl. Im wahrsten Sinne wechselhaft - Jacke an, Jacke aus. Nunja, gut gesättigt und wieder besserer Laune ging es weiter Richtung Würzburg.




 

Hier hatten wir es uns nicht nehmen lassen, mal die Beine etwas ruhen zu lassen und ein wenig am Main zu chillen. Die Sonne hatte unterdessen wieder freie Bahn und die Wärme kam uns sehr gelegen. Einfach nur sitzen, gucken und die wärmenden Sonnenstrahlen aufsaugen kann auch mal ganz schön sein.





Bis Ochsenfurt verlief der Weg so lala. Immer eine unüberhörbare Bundes -oder Landstraße in der Nähe und die blöde Mittagssituation hing uns dann doch noch irgendwie im Gemüt. Heute wollten wir nur irgendwie ankommen und diesmal nicht wieder so spät. Das stand definitiv fest!
Also auch keine Experimente, was die Wasserversorgung betrifft. Damit lag für uns nahe, einfach im Ort beim Discounter für Nachschub zu sorgen und gegen ein paar extra Leckerlies hatten wir auch so überhaupt gar nichts.



Vollgepackt ging es weiter. Wie so oft bot sich im weiteren Verlauf des Radweges keine Möglichkeit für ein ruhiges Nachtplätzchen in Main Nähe. Gefühlt ein Ort am anderen und dazwischen Radweg und Bundesstraße. In Marktbreit fiel dann die Entscheidung wieder einen Abstecher in Waldnähe zu machen. Hier ging es wieder ordentlich den Berg rauf und Carsten kam erneut mit der Übersetzung des Roadhouse an seine fahrbaren Grenzen. Egal, wir mußten hier hoch, denn es war schon gegen Sieben und wieder in der Dämmerung ankommen fällt diesmal flach!





Nach etwas umher irren durch elitäres Wohngebiet, wurden wir oberhalb von Obernbreit in einem Waldstück auf einer abschüßig gelegenen Lichtung fündig. Uff. Es war gegen Acht und wir zur Abwechslung wirklich mal etwas ehr angekommen. Alles aufbauen, duschen, essen fassen, fertig!





Man möchte es kaum glauben, aber wir hatten schon wieder ordentlichen Kohldampf. Der opulente Einkauf beim Discounter war eine gute Entscheidung und mal ne willkommene Abwechslung zum Tütenfutter. Mit Brot, Käse, Wurst, Tomaten und O-Saft hätte der Tag kaum besser ausklingen können.



Nun blieb auch Zeit, die Umgebung noch ein wenig zu selektieren und den Sonnenuntergang zu genießen. So soll es doch sein. Die angenehme Situation ließ uns den Gesprächsstoff bis in die Nacht hinein nicht ausgehen. Mit der Dunkelheit wurde es auch frischer, worauf wir dann doch im Schlafsack verschwanden. Die heutigen 102km mit dem knackigen Höhenmeterabschluß ließen uns auch ziemlich schnell weg ratzen.





Tag 4  Obernbreit - Obertheres

Luftverlust, leibliches Wohl und ein Übernachtungsplatz mit Aussicht



Die Nacht war unruhig für mich, da ich doch etwas abschüßig lag und immer wieder beim runter rutschen aufgewacht bin. Wirklich ebene Flächen gab es hier auf der Wiese nicht. Carsten hatte hingegen recht gut geschlafen, obwohl er auch nicht wirklich gerade lag. Für seinen Körper bedeutet liegen gleich schlafen - egal wo. Beneidenswert!





Gegen Sieben waren wir beide wieder munter. Diese Zeit hatte sich nun so langsam eingepegelt und mit 7C° war die Nacht dann doch unerwartet frisch für einen Sommer. Die schattige Lichtung schien die Morgenkälte regelrecht fest zu halten und wir wollten nicht so recht aus den Penntüten.





So langsam hatte sich die Sonne angekündigt und gegen Acht es endlich über die Baumwipfel geschafft. Jetzt wurde es angenehm warm und vor allem Zeit fürs Frühstück!





Unterdessen saß Carsten schon ungeduldig an unserer Frühstückstafel, währenddessen ich immer noch Zeit mit fotografieren und allgemeinen rumeiern verbracht hatte. Nun gut, irgendwoher müssen ja die Fotos kommen.







Mit den restlichen Leckerlies vom Abendessen, sind wir gleich mal herzhaft in den Tag gestartet. Meinem angerösteten Bagel bin ich aber trotzdem treu geblieben. Mit dem obligatorischen Kaff waren wir dann auch wieder fit und munter für den Tag. Trotzdem wollten wir nicht so recht los. Die angenehme Stimmung mit der wärmenden Sonne, einen Kaff in der Hand und beiläufig sinnierend über den weiteren Verlauf der Tour, hätten wir wohl den ganzen Tag hier verbringen können...





Nuja, half ja nix. Zwanzig nach Neun war alles verpackt und wir wieder auf der Piste. Heute hatten wir uns erstmals ein grobes Ziel gesteckt. Da unsere Tour so langsam dem Ende entgegen ging und wir am nächsten Morgen nicht all zu lang zum nächsten Bahnhof fahren wollten. Also hatten wir grob hinter Schweinfurt fürs Übernachten angepeilt. Auf dem Abschnitt gab es einige Orte mit Bahnanbindung, was uns etwas Spielraum für einen guten Übernachtungsplatz lies.





Bester Laune mit angenehmen Lüftchen umgeben ging es über ein weitläufiges Hochplateau erst mal Richtung Kitzingen. Eine feine Belohnung für die gestrige "Flucht" vom Main Radweg. Hatte sich wieder mal gelohnt, aber irgendwie kam mir das Ganze doch von vorgestern bekannt vor...





Wieder auf dem Radweg zurück, kamen wir recht schnell in Kitzingen an. Stadteinwärts wurde der Weg - völlig unerwartet - immer mediterraner mit einem gewissen Mittelmeer-Flair, auch wenn es nur am Main ist. Dazu hatte die Sonne noch, aber auch nicht zu intensiv, gestrahlt. Einfach nur schön!





Diese Kulisse wollten wir für einen Moment einfangen - Zeit für eine Pause. Einfach nur sitzen, schauen, atmen, genießen, hier und jetzt sein!





Irgendwann mußten wir auch wieder weiter. Leider. So schön wie der Main Radweg nach Kitzingen hinein ging, führte er auch wieder heraus. Orts auswärts ging es dann direkt und kilometerlang an einer stark frequentierten Bundesstraße bis Schwarznach am Main entlang. Kotz! Hier half einfach nur Kopf runter und treten. Trotzdem nervig.





Kurz vor Sommerach führte der Radweg endlich wieder vom lästigen Verkehr weg und zwischen Weinbergen und dem Main entlang. Hier ließ es sich endlich wieder entspannt und vor allem ruhig fahren. Carsten hatte wie so oft, wieder die Führungsarbeit übernommen. In einer Kurve war er dann doch etwas zu schnell und sein Vorderrad rutschte vom Asphalt aufs Grün. Dem darauf folgenden Geräusch war sofort der abrupte Luftverlust im Vorderrad zu entnehmen. Snakebite! Tjoa, passiert halt und somit war sein Kona Roadhouse nun auch offiziell eingeweiht.





Macht nix. Er ist nicht gestürzt und der Schlauch war schnell gewechselt. Alles takko! Die Sonne hatte unterdessen wieder gut zugelegt und wir Lust auf ein kaltes Getränk. Naja und wenn wir schon mal irgendwo einkehren um was zu trinken, könnten wir doch gleich etwas regionales essen. Es war ja schließlich schon nach halb Eins...


 

Wenn es ums futtern geht, waren und sind wir uns immer recht schnell einig. In Volkach angekommen haben wir nicht lange gefackelt. Der Ort ansich war total von Touries überfüllt. So viele Rentner mit E-Bikes hatten wir zuvor noch nie gesehen. Klar, es war Mittagszeit und wir nicht die Einzigen mit leeren Magen. Sämtlich Wirtschaften im Ortskern waren maßlos überfüllt und so haben wir uns wieder aus dem kleinen Ort heraus bewegt, um dort in einer Seitenstraße eine völlig leere Wirtschaft vorzufinden. Perfekt!





Mahlzeit!



Ne kalte Cola, a Hax'n und ein Sülzeteller später, waren unsere Endorphine wieder in Partystimmung. Als Nachtisch noch ein Eis - Logoo :-  )


 

Kurzer Hand hatte uns der Main-Radweg wieder. Bis Wipfeld keine Auffälligkeiten. Immer schön durch saftiges Grün und an einer wenig frequentierten Landstraße entlang. Die Sonne hatte sich wieder hinter den Wolken versteckt, was uns zur Abwechslung auch ganz gelegen kam.





Bei Wipfeld ging es dann mit der Fähre über den Main. Auch mal ne schöne Abwechslung zu den ganzen Brücken zuvor. Wir waren nicht die einzigen Radfahrer auf der Fähre und wurden, bzw. unsere Bikes, verwundert von den E-Bike-Rentnern angeschaut. Hmm, für uns ein ganz normaler Anblick. Seltsame Welt...und NEIN - Carsten hatte sein Bike nicht eingetauscht ;-  )





Gerade noch das Besteck in den Händen gehalten und schon war es wieder später Nachmittag. Wir rollten dem letztem Abend unserer Tour entgegen. Beim Essen fiel auch die Entscheidung mit groben Überschlag unserer heutigen Reichweite und ohne wieder zu spät anzukommen, in der Nähe von Haßfurt mit Bahnanbindung aufzuschlagen.

 



Hä? Wie jetzt? Nuja, keine Stunde später saßen wir in einem Discounter-Cafe in Obertheres und haben erst mal für die lebenswichtigen Dinge gesorgt. Ok, direkt am Ortseingang bot sich ein Friedhof mit Trinkwasseranschluß selbstredend an und der Discounter ein Stück weiter oben war einfach zu verlockend, für den Abend noch was Herzhaftes mit zu nehmen. Natürlich mußte das in einem konspirativen Gespräch bei leicht verspätetem Käffchen mit Beilage ausführlich besprochen werden. Klar. Immer schön den Plan vor Augen - ausreichend Kilometer sammeln aber dabei die Schlemmerpausen nicht vergessen, gelle.





Also besser konnte es gar nicht laufen. Es waren noch gut zwei Stunden Zeit bis zur Dämmerung, wir hatten ausreichend Wasser, unser Magen stimuliert und für den Abschluß hatten wir auch noch leckeres Zeug im Rucksack. Den obligatorische Uphill für nen ruhigen Schlafplatz mußten wir aber noch wuppen.





Nach einigen Serpentinen auf lang gezogenen Wirtschaftswegen tat sich plötzlich eine frisch gemähte Wiese mit Pagoden Holzstapeln und herrlichem Ausblick ins Main Tal auf. Hatte was von "Tischlein deck dich" und den perfekten Tagesabschluß absolut komplettiert. Ziemlich sicher privates Gelände, was uns zu der Zeit und überhaupt egal war. Leave No Trace!





Ratzfatz standen die Hütten wieder. Nach der Platy-Dusche waren wir dann auch richtig angekommen. Zeit für eine Resume unserer Tour, Zeit für gute Gespräche, Zeit für eine gute Zeit! Dabei hatten wir doch fast vergessen, daß wir noch was futtern wollten - die letzte Mahlzeit war ja schließlich schon gut drei Stunden her. Das geht so nicht! Und weil der Platz ansich schon nahezu perfekt für Main Verhältnisse war, stand auch noch eine Bank an der Seite der Pagoden. Mit der einbrechenden Dunkelheit gab es dann den letzten Bissen. War eigentlich gar nicht mehr nötig, aber die muggelige Stimmung und die schöne Location hat es uns besonders gut schmecken lassen.







Tag 5  Obertheres - Haßfurt

Strukturierter Abschluß im Regen



Wieder hatte es über Nacht zu regnen begonnen. Hmm, irgendwie nichts Neues. Zur gewohnten Zeit waren wir wieder munter und es plätscherte noch fröhlich vom Himmel. Ok, heute konnten wir nicht noch mal nen Ründchen pennen und einfach abwettern. Nöh. Unser Zug zurück nach Mainz ging 11:11Uhr ab Haßfurt!





Was solls. So gab es halt mal Frühstück im Tarptent. Mit etwas Feingefühl brauchte ich auch auf den Kaff und lecker Röst-Bagel nicht verzichten. Carsten hatte es da einfacher gehalten.





Als der Regen mal kurz beschlossen hatte eine Pause einzulegen, haben wir die Gelegenheit genutzt und zusammen gepackt. Wie immer...naja, ist ja schon nichts neues mehr. Ich hing wieder etwas nach und so konnte Carsten noch entspannt seinen Kaffee nachholen. Den hatte ich zur Abwechslung mal Vorsprung und in der Summe waren wir dann zeitgleich fertig. Hehe.





Noch mal kurz die Richtung gepeilt und dann ging es erst mal entspannt ein gutes Stück bergab. Einfach ins Maintal rollen lassen. Es hatte sich wieder etwas eingenieselt und ein frisches Lüftchen wehte hier oben auch. Jetzt waren wir auch ganz froh darüber, Neoprensocken und Überschuhe eingepackt zu haben. Bei dem Schmuddelwetter hätte es sonst nen ordentlichen Satz kalte Füße gegeben, auch wenn es bis Haßfurt nicht mehr weit war.





Mit dem Fokus ging es auf die letzten 6km unserer Tour. Überpünktlich standen wir gegen halb Elf am Bahnhof in Haßfurt. Heute verlief alles ziemlich strukturiert und plötzlich waren wir am Ziel. Hmm, so schnell können Fünf Tourtage verstreichen. Naja fast, aber nun hieß es noch ein paar Stündchen langweilige Zugfahrt zurück Richtung Mainz abzusitzen.



Kurz nach Zwei waren wir dann zurück in Hochheim wo unsere Tour begann und nun offiziell endete. So ist das nun mal, aber nach der Tour ist vor der Tour :-  )





Unterm Strich


Es war wieder mal eine klasse Tour mit Carsten. Wir haben uns gut ergänzt. Er hat meistens als Bulldozer für genügend Platz auf dem Radweg gesorgt und einen passablen Schnitt vorgelegt. Gegen Abend, wenn es vom Main abfahrend in die Höhenlagen ging und das selektieren eines Übernachtungsplatzes anstand, hatte ich das Ruder übernommen. Sauber!

Für Carsten war es der erste Flußradweg überhaupt und entsprechend neugierig und offen ließ er sich darauf ein. Für meinen Geschmack sind Flußradwege mittlerer Weile stink langweilig. Oftmals zu stark frequentiert, ständiges Ausweichen, lange Abschnitte an Bundesstraßen oder Bahntrassen, starke Besiedelung an den Flüssen mit nerviger und unnötiger Wegeführung durch die Ortskerne, Stealth Camping in Flußnähe kaum möglich - einfach zu wenig Ruhe und Natur! Wahrscheinlich bin ich auch schon zu viele Flußradwege im Land abgefahren...
Ursprünglich war eben so eine naturnahe Tour geplant, aber wir wollten die Serienlaufräder von Carstens neuem Gravelracer nicht unnötig belasten um dann event. mit einem irreparablen Schaden im Wald zu stehen und die Tour abbrechen zu müßen. Unter den Gesichtspunkten war der Main-Radweg ein guter Kompromiss für uns beide um gemeinsam eine Woche unterwegs zu sein zu können und das draußen sein zu genießen. Natürlich hat der Orts verbindende Verlauf eines Flußradweges und der des Main-Radweges selbstredend auch einige Annehmlichkeiten zu bieten, welche wir nicht nur einmal wahr nahmen. Obwohl wir genügend Essen dabei hatten, war die Verlockung auf ein paar Leckerlies vom Discounter recht groß, welche wir auch nutzten. Der Wassernachschub war so auch stets gesichert, wenn sich keine anderen Möglichkeiten an Trinkwassernachschub ergaben. 

Nunja, unser Plan ausreichend Kilometer zu sammeln, aber das leibliche Wohl dabei nicht zu vernachlässigen, ist somit hervorragend aufgegangen. Kurz und knapp noch ein Satz zur Ausrüstung am Ende: Alles was wir dabei hatten war auch tatsächlich im Einsatz und hat nahezu ausnahmslos funktioniert.

Abgesehen von den Eigenheiten, mit den Vor -und Nachteilen eines Flußradwegs, hatten wir eine gute Zeit zusammen. Auf den Bikes in den Tag rollen, ohne ein definiertes Tagesziel vor Augen, einfach unterwegs sein und laufen lassen hat auch hier funktioniert, obwohl wir uns doch oftmals die "Freiheit" des Waldes gewünscht hatten.  
Tja, mit Blick auf den stabilen custom Laufradsatz für Carstens Roadhouse ändert sich die Ausgangssituation das nächste Mal und wieder gilt umsomehr: "Nach der Tour ist vor der Tour" :-  ]

Kommentare :

  1. Grandioser und sehr detaillierter Bericht! Danke, so hatte ich das Gefühl, mit dabei zu sein.

    Eure kulinarischen Eskapaden lassen vermuten, dass ihr die Gegend nicht wegen der guten Befahrbeitkeit ausgewählt habt, sondern eher wegen der fränkischen Spezialitäten, ha ha. Na ja, kann ich nicht verdenken.

    Eure Bikes sehen übrigens wunderbar zusammen aus. Vielleicht ergibt sich ja demnächst eine Gelegenheit zur Live-Betrachtung?!

    Bis zum nächsten Bericht und so wie so
    Christian

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  2. Moin Christian,

    DANKE - wäre schon fein gewesen, wenn du wieder dabei gewesen wärst. War ja nicht die letzte Tour und nach der Tour ist vor der Tour, gelle.

    Ok, du hast uns durchschaut, das Biken an sich war nur ein schnöder Vorwand ;- )

    Durchaus könnte sich eine spontane Sichtung ergeben, denn deinen neuen Hirsch habe ich ja auch noch nicht in finaler Version gesehen. Das hat mir Carsten wahrscheinlich schon voraus...


    Beste Grüße an den Rhein und bis bald,
    Matthias

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  3. Schöner Bericht*
    Danke für's "Mitnehmen".

    Aber Bierchen gab's keine unterwegs? In Franken?
    Glaub ich nicht ;-)

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  4. Danke und gerne! Freut mich, wenn du Spaß beim "mitfahren"hattest.

    Wir trinken beide kein Bier, was wir genußvoll mit der guten fränkischen Kost kompensiert haben :- )

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