Hygiene beim Bikepacking - Die Dusche für den gepflegten Bikepacker


Die Dusche nach einer Bikerunde zu Hause ist so selbstverständlich, wie das Zähne putzen bevor man ins Bett geht und am Morgen. Bei Bikepacking Touren wird meist mangels Duschmöglichkeit auf diese Reinlichkeit nach einem verschwitztem und staubigen Tag verzichtet. Hier reicht oftmals die einfache Katzenwäsche und so geht es dann in den Schlafsack. Für mich keine Alternative, da ich auch Outdoors auf die komplette Körperreinigung nicht verzichten will. Meine Duschvariante möchte ich nun in diesem Artikel vorstellen.


Das Trinksystem - Die universelle Outdoordusche 

 


Für mich als bekennender Rucksackträger bei meinen Bikeaktivitäten gehört das Trinksystem zur Standartausrüstung auf Tour. Mein Platypus Big Zip LP 2L Trinksystem ist quasi immer dabei im Rucksack, egal ob Tages -oder Bikepacking Tour über mehrere Tage. Platypus Trinlsysteme ermöglichen durch den Quick-Realise-Schlauch-Anschluß das einfache Entfernen der Trinkblase vom Schlauch und aus dem Rucksack. Im Vergleich zu vielen andere Herstellern läßt sich der seitlich eingesteckte Schlauch des Platypus einfach nach unten klappen, was der Duschfunktion entgegen kommt und somit einen stärkeren Wasserstrahl begünstigt. Grundlegend bietet mir das Trinksystem die Möglichkeit schnell mal am Beißventil zu zutschen um so regelmäßig und ausreichend zu trinken. Quasi ein automatisierter Ablauf, welcher mich meinen Wasserhaushalt auf einfache Weise regulieren läßt. Aber das Trinksystem kann noch mehr!


Genau, multiuse eingesetzt und an einem Baum auf gehangen, wird aus dem Trinksystem im Handumdrehen eine simple Outdoor Dusche. Je höher aufgehangen umso besser, damit der Wasserstrahl kräftiger aus dem Beißventil schießen kann. Quasi auf Zehenspitzen stehend und mit ausgestreckten Arm an den passenden Ast aufhängen ist eigentlich schon alles. Hier kann ein kleiner Karabiner mit/und/oder einer dünnen Schnur und Schlaufe ganz hilfreich sein, falls der Ast mal etwas dicker sein sollte. Die Dosierung erfolgt mittels zusammendrücken über das Beißventil, wie man es sonst mit den Zähnen beim trinken tut. Hierzu braucht man zwar etwas Übung um gezielt und effizient den Wasserstrahl zu lenken, aber das hat man schnell raus.  Im Prinzip war es das schon und in ein paar Minuten ist der Bikepacker/in wieder Salon fähig. Quasi.


Wenn einmal keine Bäume in greifbarer Nähe sein sollten, tut es auch eine Hecke am Feldrand, ein Rain oder Weidenbusch in paßender Größe. Das Gehölz sollte halt das Gewicht des Trinksystem tragen und fertig. Bisher habe ich immer eine Möglichkeit gefunden. Ein Mast, der Zaun oder die mitreisende Begleitung wären auch eine Variante, wenn das für beide ok ist ;- )


So ist die Dusche nach einem verschwitztem Tag auf dem Bike für mich nicht mehr weg zu denken, wonach der gepflegte Bikepacker bereit ist, sich zum Zelt zu bewegen um sein lukullisches FBC-Mahl zu kredenzen. Jepp!


Zu meiner Bikepacker-Waschstation gehört natürlich auch eine kleine Kulturtasche. Die Komponenten mal im einzelnen:



Die Füllmengen sämtlicher Behältnisse schwanken und werden jeweils ein wenig an die Länge der Tour angepaßt. Als Dusche fällt das Trinksystems selbst nicht zusätzlich ins Gewicht, da es sowieso dabei ist. Im Schnitt wiegt mein komplettes Kulturtäschchen 130g womit ich gut 5 Tage auskomme. Das Handtuch begleitet mich schon seit vielen Jahren und reicht mir in der Größe völlig aus. Wenn es beim Abtrocknen voll gesogen ist, wird es ausgewrungen und gut. Gleichermaßen am Morgen, wenn die Wände des Tarptent mal wieder vom Kondens befreit werden müssen. Für die Morgentoilette dient es auch noch, um später zum trockenen während der Fahrt am Rucksack wehen zu dürfen. Praktisches Teil!

Zusammengerollt paßt es mit seinem 27g und geringem Packmaß auch noch in das Kulturtäschchen, womit mein kleines Luxus-Bikepacking-Badezimmer komplett wäre. CHECK!


Unterm Strich


Weil ich draußen unterwegs bin und in der Natur übernachte, möchte ich auf die Dusche nach einem Tourtag im Sattel nicht mehr verzichten. Meine Duschvariante ist minimalistisch, aber völlig ausreichend für eine komplette Körperreinigung. Der Wasserverbrauch hält sich mit maximal 1,5L für eine Dusche und Haare waschen in Grenzen. Das belebende Gefühl danach ist einfach herrlich um auch zu wissen, daß ich nicht verschwitzt und müffelnd in den Schlafsack kriechen muß. Für mich schon lange auf Bike -und Hikingtouren kein Luxus mehr, sondern Anspruch an mein Wohlbehagen im Camp. Eben etwas minimalistischer, aber funktionell.

Selbst in meiner Zeit als Reiseradler mit klassischer Packtaschen Ausstattung am Reiserad, war mir die abendliche Dusche sehr wichtig. Seit den Neunzigern diente mir als Dusche der bewährte Ortlieb 4L Wassersack (damals noch in Grün) mit Duschvorsatz, wie er so weltweit genutzt wird. Damals halt, als noch klassisch aus der Flasche getrunken wurde und Trinksysteme gerade erst auf den Markt kamen um sich ihre Daseinsberechtigung zu verdienen. Auch bei mir brauche es einiges an Überzeugung und Zeit an einem Schlauch zu saugen, aber die Vorteile hatten sich mir dann doch offenbart. Tja und das Trinksystem kann eben auch mehr wie man sieht.

Einziger Wermutstropfen meiner Trinksystem-Dusche ist der zusätzliche Wassertransport. Beim UL-Hiking sind 2L Wasser schon ein ordentliches Zusatzgewicht, welches getragen werden will. Beim Bikepacking hingegen trägt die Last das Bike, da das Trinksystem bei der abendlichen Wasseraufnahme sowieso befüllt wird. Natürlich sind dann keine heftigen Singletrails oder Sprints mehr drin, aber ein Stündchen für die Suche nach einem Übernachtungsplatz waren bisher absolut kein Problem.

Achja, vielleicht dann doch noch ein zweiter Wermutstropfen. Bis zum Gefrierpunkt habe ich meine Dusche bisher eingesetzt und ja, es war frisch. Sehr frisch! Temperaturen darunter sind weder fürs Bikepacking noch draußen Duschen mein Ding ;-  ]


(*) Hierbei handelt es sich um sogenannte Affiliate-Links. Wenn du über diese Links etwas kaufst, bekomme ich eine kleine Provision und du unterstützt mich bei meiner Arbeit als Blogger. Für dich entstehen dabei natürlich absolut keine Kosten. Vielen Dank!

0 Kommentare :

Kommentar veröffentlichen