Salsa Vaya Custom Gravelbike - Antrieb & Bremsen



Jetzt wird's knifflig! Da Rahmen und Gabel die Verwendung von Scheibenbremsen vorgab, was für mich u.a. ausschlaggebend für die Entscheidung für das Vaya's war, blieb nur noch die Wahl der "richtigen" Bremse. An sich recht einfach bei der reichhaltigen Auswahl unter den verschiedenen Herstellern. Aber und leider in Kombination mit Rennradhebeln wird die Auswahl erheblich eingeschränkt. Man ist quasi an den 11-fach Antrieb gebunden, wenn man hydraulische Scheibenbremsen in dieser Kombination verbauen will. Meine Anforderungen an den Antrieb haben den Aufbau keineswegs einfacher gemacht, zudem noch sämtliche Parts Schwarz erstrahlen sollten, aber ich wollte es ja so haben. Was ich daraus gemacht habe, kannst du nun hier lesen. Dabei gehe ich sehr ins Detail - also jede Menge Lesestoff!
 

Der Antrieb

 

 

So, dann fange ich mal mit etwas Vorgeschichte dazu an. Da das 28" Segment absolutes Neuland für mich war und sich meine praktischen Erfahrung auf einige Fahrten mit dem Rennrad, aber keinerlei Montagearbeiten an diesem beschränkten, habe ich quasi bei Null angefangen. OK, die Erfahrungen und Tipps von Rennrad erfahrenen Freunden, meinem bevorzugt ortsansässigem Bikeshop, wie auch die intensive Recherche im Internet haben mir einige Fragen beantwortet, aber auch nicht alle. Leider sind meine Vorgaben an ein Gravelbike nicht wirklich Rennrad konform und - gerade in der von mir doch so unüblich verbauten Kombination der Parts - ließen mir teilweise nur das Probieren. Try'n Error!

Meine eigenen Vorgabe war grundsätzlich die Verwendung von hydraulischen Scheibenbremsen mit Rennradbremshebeln, wobei ich gleicher Maßen an einen 11-fach Antrieb gebunden wurde, da es diese Kombi leider nicht als 10-fach oder geschweige denn 9-fach gab. Also mußte ich mich damit abfinden und für das Jahr 2016 und den zu Jahresbeginn erhältlich 11-fach kompatiblen Parts, schien mir mein Vorhaben umsetzbar. Ok, aber nun mal zu den Fakten.



Bei der Schalt-Bremskombi habe ich mich mich für das Shimano ST-RS505+BR-RS785 Set 2x11-fach entschieden, da mir die Shimano-Schaltlogik, im Vergleich zu SRAM, ehr entgegen kommt und Campagnolo derzeit noch keine Disc für den Renner bietet. Rennradhebel mit integriertem Reservoire für Mineralöl, einstellbarer Griffweite für Scheibenbremsen auf 105er Niveau für 11-fach Antrieb in Schwarz - mehr gibt es vorerst dazu nicht zu sagen. Alles normal, alles soweit im grünen Bereich und nichts außergewöhnliches. Aber nun geht's zum Antrieb an sich, mit meinen persönlichen Vorgaben an die Übersetzungsbandbreite und den verwendeten Parts.


Los geht's mit Kurbel & Co. Mit Hollowtech-Innenlagern stehe ich schon länger auf Kriegsfuß, weil diese nach nicht mal 4000 km erhebliches Spiel bei mir aufwiesen. Das habe ich nun schon mehrfach bei XT-Lagerschalen am Mountainbike und Reiserad erleben müssen. Das macht sich vorerst auf der linken Seite bemerkbar, worauf die Antriebsseite folgt. Mit guten Vierkant-Innenlagern bin ich nicht selten über 10000km gefahren ohne ein solches Spiel über die gesamte Laufleistung zu verzeichnen. Zudem ist der Q-Faktor durch die außen liegenden Lager, die daraus breitere Pedal -und Fuß/Bein/Kniestellung wesentlich unangenehmer und belastet die Gelenke mehr. Sicher auch eine Sache der Gewohnheit, da ich mich bei meinen anderen Rädern auch irgendwie daran gewöhnt habe, aber gesund und förderlich für die Gelenke ist das definitiv nicht!

Fest stand somit von vornherein, daß eine Vierkant-Kompakt-Kurbel ans Vaya kommt - natürlich in Schwarz - und ich damit meine forcierte Übersetzungsbandbreite realisieren möchte. Leider sind 2-fach Kompaktkurbeln mit 110/74mm Lochkreis und Vierkantaufnahme quasi ausgestorben und nur noch zu Blutdruck gefährdeten Preisen in sehr gutem Zustand auf dem Gebrauchtmarkt zu bekommen. Eine Alternative wäre noch die T.A. Vega Vierkant-Kurbel, bei welcher man den Kurbelstern separat nach gewünschtem Lochkreis auswählen kann - also auch  110/74mm 2-fach -  und so eine quasi perfekte Kompakt-Kurbel erhielte, wie sie früher für Vierkantlager üblich war. Leider ist diese Option auch nicht ganz billig. Also mußte eine andere Lösung her!

So bin ich bei der klassischen wie auch bewährten Sugino XD2 3-fach Kurbel in 175mm Länge und paßendem Schwarz gelandet. Diese Kurbel kommt angenehm klassisch daher und schmiegt sich mit ihrer schlanken Form wunderbar an die Optik des gleicher maßen schlanken Vaya Rahmens an.


Mit Rücksicht auf die "gesündere" Stellung der Gelenke, läuft die Kurbel auf einem IRD Quad QB-75 BSA Vierkant-Innenlager in 68mm Breite und 113mm Achslänge. Per Xtrem Kurbelschrauben mit integriertem Kurbelabzieher wurden die Kurbelarme auf dem Innenlager verschraubt.

Der gesamte Zusammenhang des Kurbelaufbaues ist nicht mal so schnell zu erklären und nun muß ich ein wenig ausholen. Wiederum war meine eigene Vorgabe, die Übersetzung von meinem 26" Mountainbike bzw. Reiserad, auf eine Kompakt-Kurbel und 28" zu übertragen. Das es natürlich nicht zu hundert Prozent möglich ist und ich dabei Einschränkungen bei der Entfaltung den Wegfall einiger Gänge hinnehmen muß, war mir schon bewußt. Wichtig waren mir dabei ein analoger Berggang um auch heftigere Steigungen auf Singletrails - gerade mit angeschnallten Bikepacking Bags - noch entspannt treten zu können und das große Kettenblatt mit ausreichend Zähnen für eine mir ausreichende Reisegeschwindigkeit auf ebener Piste. Daher habe ich mich einfach mal am Ritzelrechner bedient und  paßende Kettenblatt-Kassettenkombinationen abgeglichen.


Oben 26" mit 44/32/22 Zähnen 9-fach Hollowtech-Kurbelkombi und 11-34 Zähne Kassette bei 60mm Reifenbreite. Unten annähernd gleiche Kombi auf 28" mit 2-fach Kompakt-Kurbel und ~40mm Reifenbreite übertragen. Dabei kam eine ziemliche extreme Kettenblattkombi an der Kurbel heraus. Umzusetzen war mein Übersetzungswunsch nur über einer Kassette mit 36 Zähnen " Rettungsring", aber dazu weiter unten mehr.


Der Ritzelrechner hat  für das große Kettenblatt 42 Zähne und das kleine 24 Zähne ausgespuckt. Uff, daß sind 18 Zähne Differenz zwischen den Kettenblättern, was ein gängiger 2-fach Umwerfer mit 16 Zähnen Kapazität offiziell nicht hebt. Dazu aber auch später mehr. Also habe ich mich damit erst mal abgefunden und nach in Frage kommenden Parts und deren Kompatibilität recherchiert. Achja und da war doch noch was mit der 3-fach-Kurbel, welche eine Kompakt-Kurbel sein möchte...


...naja, mit ein bisschen mogeln ist der Umbau einer 3-fach Kurbel auf eine "Kompakt-Kurbel" und meinem benötigten Minikettenblatt mit 24 Zähnen möglich. Da bei üblichen Kompakt-Kurbeln der Lochkreis 110mm beträgt und die kleinst möglichen Kettenblätter dafür mit 33 Zähnen enden, ist eine Zweifach-Kurbel aus dem Rennen. Das benötigte 42 Zähne Kettenblatt ist wiederum problemlos in den 110er Lochkreis zu integrieren. Somit bin ich wieder bei der Sugino 3-fach-Kurbel.

Zugegeben, daß Konzept dieser 3-fach Kompakt-Kurbel ist nicht auf meinem Mist gewachsen, aber ich habe es auf meine Bedürfnisse angepaßt. Ansich ist der Aufbau recht simpel, wenn man mit gewissen "Einschränkungen" leben kann.

Das große 42er Kettenblatt für den 110er Lochkreis ist ja kein Problem, aber das 24er Kettenblatt ist nur für den 74mm Lochkreis erhältlich -  somit bei der 3-fach-Kurbel auch nur auf die untere Position zu montieren. Das in meinem Fall große Kettenblatt mit 42 Zähnen rutscht von der eigentlich äußeren Position in die Mitte und außen kommt ein Kettenschutzring drauf. Fertig! Mehr ist es eigentlich nicht. Mit "Einschränkungen" meinte ich die nicht Rennrad gemäße Optik bzgl. des Kettenschutzringes, was aber Geschmackssache ist und auch gar nicht auf meiner Agenda stand. Wenn man damit wie ich leben kann, hat man bei der Wahl der Kettenblattgrößen ziemlich freie Hand und das Zusammenstellen einer solchen Kurbel-Kombi ist recht einfach möglich. Bei den Kettenblättern habe ich mich im Übrigen für die bewährte Qualität von T.A. Specialites entschieden. Schick gepaart mit guter Schaltperformance.

Ich sollte noch erwähnen, daß es sich bei den Kettenblättern um 10-fach Blätter handelt. Trotzdem sind sie mit einer 11-fach Kette völlig kompatibel, da die innere lichte Breite von 10 -und 11-fach Ketten absolut gleich ist. Lediglich die Laschen der 11-fach Kette sind dünnwandiger und somit ergibt sich eine geringere Gesamtbreite im Vergleich zur 10-fach Kette. Funktioniert somit bestens!


Der Kettenschutzring kam ebenfalls von T.A. Specialites für ein 40 Zähne Kettenblatt. In Verwendung mit selbigem lägen die Zähne ca. 2mm unter dem Durchmesser des Kettenschutzringes, wofür dieser auch gedacht ist um diese zu schützen. In dieser Konstellation wäre das Kette heben für den Umwerfer nicht möglich, da er dabei von innen an den Kettenschutzring stoßen würde. Somit benötige ich, um dem Umwerfer genug Überstand beim Hochschalten zu gewährleisten, ein etwas kleineren Durchmesser des Kettenschutzringes  im Vergleich zum Kettenblatt (ebenfalls ca. 2mm). Die Kombination von 40er Kettenschutzring und 42er Kettenblatt, verschraubt mit schwarzen Procraft Kettenblattschrauben, harmonieren hier perfekt.


Geschaltet wird die T.A. Kettenblatt-Kombi nun mit einem Shimano 105 2x11 anlöt Umwerfer. Erstaunlicher Weise und zu meiner Verwunderung, wuppt dieser mit max. 16 Zähnen Kapazität angegebene 2-fach Umwerfer, die 18 Zähne Differenz meiner Kettenblatt-Kombi ganz locker ohne irgendwelche Mucken. Kein Gerassel oder haken beim Hochschalten. Drücken und zack ist die Kette auf dem großen Blatt. Prima, so soll es ein :-  )

Gehalten wird der Umwerfer von einer 28,6mm Anlöt-Schelle von Übersee, da diese Schellen für den Rohrdurchmesser nur noch mit Distancescheiben im europäischen Raum verfügbar waren, welche nun wirklich nicht schön aussehen. Naja, so ein Unterleggefummel wollte ich nicht haben und so kam das Teil halt aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Zuvor hatte ich einem Shimano 105 3x10 Umwerfer a.G. der 20 Zähne Kapazität probiert, aber die Hebellage ist doch eine andere, als die eines 2-fach Umwerfers und die Kette kletterte nur wiederwillig auf das große Blatt. Die innere lichte Breite ist im Vergleich zum 2x11 Umwerfer um 0,8mm größer, was natürlich auch einen gewissen Einfluß auf das Schaltverhalten mit einer 11-fach Kette haben kann. Naja, war halt ein Versuch und der macht wohl kluch...

Vergleichsweise hat der Microshift Arsis 2x11 Carbon Umwerfer die Kette über die 18 Zähne Kapazität ebenso locker gehoben, wie der 2x11 105er. Unerwartet gut, was ich zuvor nicht erwartet hatte und meine Entscheidung zu Gunsten eines 2x11 Umwerfer aus dem Shimano Sortiment fallen lies.

Die Pedale gehören ja auch zum Antrieb. Hier wollte ich auch mal was andres probieren, da bei meinen Shimano PD-T780 XT-Pedalen schon nach wenigen hunder Kilometern die Lager fest gingen. Die von mir über viele Jahre gefahrenen Shimano SPD PD-M324 fand ich etwas antiquiert und zudem haben fast alle meine Bikeschuhe auf den Klickies nervig gequitscht.


 

Es sollte halt mal was andres sein und das SPD-Clicksystem wollte ich weiter verwenden, um alle meine Bikes mit meinen verschiedenen Bikeschuhen je nach Einsatzzweck oder Jahreszeit, fahren zu können. Achja, ich stehe absolut auf Pedale mit einer Seite für Klickies und die andere Seite für normale Schuhe ohne Klicksystem. Ich komme mit dem einseitigem Einstieg wunderbar klar und die andre Seite ist total praktisch, wenn ich bei einer Tour im Camp oder Campingplatz mal schnell einen Weg mit Gummilatschen oder manchmal auch Barfuß zu erledigen habe ;-  ]

Die Xpedo Traverse Duo Kombi Pedale erschienen mir eine gute Alternative zu Shimano


OK, vorne ist alles soweit im grünen Bereich und nun geht es über die SRAM PowerChain Kette zum hinteren Antriebsteil. Gerne hätte ich Kassette und Kette von Shimano verbaut, aber der Berggang lt. Ritzelrechner gab eine Kassette mit 36 Zähne Rettungsring vor. Kassetten mit solch großen Ritzeln sind im Rennradbereich unüblich und teilweise verpönt. Tja, die Entwicklung geht weiter, 1-fach Antriebe werden immer populärer und machen auch am Rennrad kein halt. Somit steigen die Anforderungen an die Kassette und deren möglichst großer Entfaltung. Daher sind 11-fach Rennrad-Kassetten mit bis zu 32 Zähnen gar nicht mehr so unüblich und SRAM bietet sogar Kassetten mit bis zu 36 Zähnen an. Auf diese habe ich letztendlich zurückgreifen müssen, da Shimano noch nicht? so ein extremes Teil anbietet. So ist es auch eine SRAM Kette geworden, damit die beiden Parts miteinander harmonieren können.


SRAM PowerGlide 11-36/11-fach Kassette und Kette sind schon mal gesetzt. Das beiliegende SRAM PowerLink Kettenschloß funktioniert im übrigen hervorragend, wenn man erst mal gecheckt hat, wie sich das Schloß öffnen läßt. Gerade wenn man mit der Kettenlänge und unterschiedlichen Schaltwerken mit verschieden Käfiglängen spielt und die Kapazitäten ausloten möchte, bieten sich zwei solcher Kettenschlösser hervorragend zum schnellen kürzen oder verlängern der Kette an. Ok, aber nun zu Schaltwerk & Co.


Genau hier wurde es wirklich kniffelig. Die Kombination mit 36er Kettenblatt auf der Kassette und kleinem 24er Kettenblatt auf der Kurbel, erfordern eine ziemlich große Kapazität, welche das Schaltwerk mit entsprechender Käfiglänge irgendwie auf Spannung halten muß. Zuvor hatte ich, der nicht ausreichenden Kapazität für meine Kombi völlig bewußt, ein Microshift Arsis 11-fach Carbon Schaltwerk mit kurzem Käfig in der Hoffnung ausprobiert, doch noch etwas heraus kitzeln zu können. Leider wurde ich eines besseren belehrt und für meine resultierende Gesamtkapazität von 43 Zähnen kam ich nicht an einem mittellangem Schaltwerkskäfig vorbei, welcher von Microshift leider nicht angeboten wird. Eigentlich schade, da die Teile sehr gut verarbeitet sind, dazu recht wenig wiegen und schick aussehen, wie ich finde. Also mußte eine andere Lösung her und ich habe mich bei Shimano bedient. Hier stehen mittellange Schaltwerkskäfige in den unterschiedlichen Gruppen für 11-fach Antriebe zur Auswahl. 

Da ich quasi uneingeschränkt auf ein durchgehend schwarzes Finish sämtlicher Parts wert gelegt habe, mußte ich das Ultegra Schaltwerk samt Umwerfer leider abwählen, da es diese nur in grauem Finish gibt. Auf Grund der bewährten Performance und Haltbarkeit ist es allerdings ganz vorne mit dabei, was mich schon etwas zweifeln lies. So ist es am Ende, paßend zum Umwerfer, ein Shimano 105 2x11 Schaltwerk mit mittellang Käfig - natürlich in Schwarz - geworden. Naja, irgendwann ist die 105er Kombi auch mal verschlissen und dann gibt es vielleicht die Ultegra in Schwarz ;-  >

Vor Jahren hatte ich mal beschichteten Schaltzüge und paßende Schalthüllen von Shimano probiert, war aber mit dem Schaltverhalten und von der Haltbarkeit der Schalthüllen etwas enttäuscht. Seit dem benutze ich nur noch Züge und Hüllen als Meterware von Jagwire. Für das Vaya habe ich mir nun erstmalig den ein komplettes Jagwire YPK Schaltzugset, mit druck festeren Außenhüllen, gegönnt. In Verwendung mit dem sensiblen 11-fach Antrieb erhoffe ich mir dadurch ein etwas saubereres Schaltverhalten. Na mal sehen...

Aber: Es wäre ja zu schön, wenn der Antrieb nun mit dem ganzen Kettenblatt-Kassetten-Extremen so einfach funktionieren würde - Mit Nichten!


Wahrscheinlich ist das schwarze Ding zwischen Schaltauge und Schaltwerk nicht unentdeckt geblieben, aber eins nach dem anderen. 

Das 105er Schaltwerk hebt die Kette bis auf das 32er Ritzel der Kassette. Mit diesem Zähnemaximum bietet Shimano entsprechend kompatible Kassetten an. Wie nicht anders zu erwarten, stößt die obere Führungsrolle im Schaltwerkskäfig in Verwendung mit der SRAM Kassette am 36er Ritzel an und kann die Kette nicht weiter heben. Warum auch, das Schaltwerk ist auf 32 Zähne begrenzt und kommt bei 36 Zähnen an sein Grenzen. Tja, selbst dafür gibt es mittlerer Weile eine Lösung...


Es handelt sich hierbei um den Wolf Tooth RoadLink. Dieses clevere Teilchen erhöht die Reichweite des Schaltwerkes etwas und läßt die Verwendung von Kassetten mit bis zu 40 Zähnen bei 1x11 bzw. 2x11 Antrieben an Rennrädern zu. Diesen Adapter gibt es auch für Mountainbikes, welcher sich dann Wolf Tooth GoatLink nennt. Somit hebt die Schaltung nun problemlos die Kette auf das 36er Ritzel. Uff - einfach ist anders, aber am Ende zählt doch das Ergebnis...

Teile und Gewichte Antrieb:

  • Schalt-Bremskombi:  Shimano ST-RS505+BR-RS785 Disc Brake Set 2x11-fach | komplett - 1001g
  • Bremshebel:  ST-RS505 Schalt-Bremshebel r. u. l. (2 Stück) - 662g
  • Schalt- und Bremszüge:  Jagwire YPK Schaltzugset ungekürzt - 110g 
  • Kurbel:  Sugino XD2 Vierkant | LK 110/74mm | 3 fach | 175mm - 530g
  • Kurbelschrauben:   Xtreme Stahl mit Aluabzieher (2 Stück) - 30g
  • Innenlager:  IRD Quad QB-75 BSA Vierkant/JIS | 68 / 113mm - 239g
  • Kettenblatt groß:  TA Specialites Zephyr Road | LK 110mm | 42 Z | 10 fach  - 110g
  • Kettenblatt klein:  TA Specialites Zelito Triple Road | LK 74 mm | 26 Z | 10 fach - 17g
  • Kettenschutzring:  TA Specialites F110 Alu 110mm | 5-Arm  - 60g
  • Kettenblattschrauben:  Procraft 3-fach (10 Stück) - 16g
  • UmwerferShimano 105 FD-5800 Umwerfer 2x11 - 88g
  • Umwerferschelle:  Aluminium f. Carbonrahmen | 26,8mm Ø - 27g
  • Pedale:  Xpedo Traverse Duo Kombi - 290g

 



Die Bremsen




Die Bremsen waren unter all den verbauten Parts der unproblematischste Teil. Abgesehen vom Entlüften, was nie ohne mittelmäßige Sauerei abläuft, waren diese recht schnell montiert in Funktion.
  
Vorne, wie hinten habe ich einfache Shimano 160 mm Bremsscheiben gewählt. Zum einen gefällt mir die Optik sehr gut, da die klassisch Form in ihrer Zurückhaltung schön zum Design des Stahlrahmengeröhrs passen und zum anderen die Bremssättel ohne irgendwelche Adapter auf die schönen Postmount-Sättel an Rahmen und Gabel geschraubt werden können.

Die sehr gute Bremsleistung, selbst bei 160er Scheiben von Shimano, ist ja auch kein Geheimnis mehr. Selbst an meinem Fully habe ich die hintere Scheibe auf 160mm abgerüstet, da mir die 180er Scheibe schlichtweg etwas zu überdimensioniert für meine Zwecke war und die Dosierbarkeit darunter litt. Das nur am Rande, aber nun geht's besser :- )

Teile und Gewichte Bremsen:

  • Bremsscheiben:  Shimano SM-RT66 6-Loch | 160mm Stahl (2 Stück) - 226g
  • Bremssättel:  BR-RS785 vorn und hinten ohne Bremsbeläge (2 Stück) - 208g
  • Bremsbeläge:  1 Paar J02A-Resin mit Kühlrippen u. Spangen (2 Stück) - 40g
  • Bremsleitungen:  SM-BH59-JK vorn und hinten ungekürzt (2 Stück) - 43g




    Satori Boon Docks vs. Salsa Woodchipper - da war ja noch was...


    Wahrscheinlich ist es nicht unentdeckt geblieben, daß ich den Lenker inzwischen schon getauscht habe. Bei der ersten Probefahrt ist mir sofort die sehr schmale Griffbreite am Oberlenker des Satori Boon Docks mit 36cm aufgefallen. Für mich als breitschultriger Mountainbiker ist die Umgewöhnung an die Rennlenkergeometrie schon nicht ohne, aber das war mir dann doch zu schmal worunter auch die Kontrollierbarkeit litt. Obwohl ich den Satori allein der Form wegen schon sehr sexy fand, mußte er trotzdem gehen.


    Schnell war klar, daß ein paßender Lenker als adäquater Ersatz her mußte. So groß ist die Auswahl dieser Spezies an Lenkern mit großer Griffbreite am Oberlenker leider nicht. Da ich mich im Vorfeld natürlich schon ausreichend mit in Frage kommenden Modellen auseinander gesetzt hatte, war mit sofort klar, daß es ein Salsa Woodchipper in 46cm Breite werden soll, welcher deutlich breiter baut. Ist ja auch irgendwie der Urvater dieser Gattung.


    Gesagt, getan und schon hatte ich nach einer Probefahrt ein viel besseres Gefühl am Oberlenker. Allerdings sind die ausladenden Lenkerenden mit 63cm Griffweite schon eine Ansage.


    Ansich ist das Salsa Vaya nun fahrfertig. Das Lenkerband muß noch gewickelt werden, hier und da noch ein paar Schräubchen und etwas Finetuning. Nun wird sich zeigen, wie praxisgerecht meine Auswahl der Parts war, ob diese zufriedenstellend miteinander harmonieren und wie ich mit der Sitzposition zurecht kommen werde. Bisher war das alles blanke Theorie und nun geht's ans fahren und testen. Definitiv bin ich froh, daß das Vaya jetzt erst mal "fertig" ist, aber die Praxis wird nun zeigen, inwieweit das PUR PUR farbene Stahlross meinen Erwartungen gerecht wird...darüber werde ich natürlich weiterhin auf QUASI OUT berichten!

    Mehr Bilder gibt es wie immer in der Galerie: >>> KLICK <<<

    Kommentare :

    1. Danke für den ausführlichen und sehr interessanten Bericht! Wieder so einiges gelernt. Vor allem in Bezug auf die spannende Übersetzung und die Schaltaugenverlängerung. Ich sag ja immer: Es gibt immer eine Lösung!
      Möchte mir ein Piolet von Velo Orange aufbauen. Da habe ich mich hier, durch die bemerkenswerte Domkumentation, inspirieren lassen.

      Weiter so, viel Freude mit PURPUR und ride safe,
      David

      AntwortenLöschen
    2. Hey David
      es freut mich, daß dich mein Projekt inspiriert hat.

      Es finde es selbst immer sehr hilfreich, von solchen Erfahrungsberichten anderer Blogger zu profitieren. Spart es doch jede Menge Mühe und letztendlich auch Geld.
      Ich mußte nun in den sauren Apfel beißen und habe das vorerst durch. Daher gebe ich gerne meine Erfahrungen weiter, um andere "Bikefreaks" vor eventuellen Fehlschlägen zu bewahren und auch etwas zurück zu geben.

      Umso schöner, daß ich dich mit meinem Artikel(n) ein wenig bei deinen VO-Projekt inspirieren konnte. Übrigens ist das VO Piolet ein Klasse Rahmenset, welches quasi nach einem individuellem Aufbau schreit. Hätte ich mein Salsa Vaya letztes Jahr noch nicht besessen, wäre das Piolet definitiv ein potenzieller Kandidat für mein Projekt gewesen :-)

      Es wäre schön, wenn du ein wenig auf deinen Blog über dein Projekt berichten würdest...

      Beste Grüße,
      Matthias

      AntwortenLöschen
    3. Moin Matthias, bin gerade erst auf deinen Blog gestoßen - und den finde ich doch sehr interresant. Um ähnlichen Kurbelaufbau habe ich mir auch schon gedanken gemacht aber noch nicht getraut umzusetzen. Mir geht es allerdings um eine Kassette mit geringen sprüngen (also maximal 11-28) mit der ich allerdings auch in den Alpen und Gepäck am Randonneur bestehen will. Deswegen dachte ich auch an eine Kurbel mit der Übersetzung 30/46 oder 32/48. In einem Finanziellen Rahmen so meiner Meinung nur mit der Sugino Kurbel umsetzbar. Allerdings ergeben sich für mich noch 2 Fragen:

      -Ändert sich die breite des Stegs zwischen den Kettenblättern? Also verändert sich letztendlich der Abstand der Kettenblätter bei Kurbeln von 10Fach auf 11Fach? Hast du daher vielleicht mal den Effekt gehabt das die Kette zwischen die beiden Kettenblätter gefallen ist?

      -Außerdem stelle ich mir auch die Frage wie bei der Konstruktion die Kettenlinie aussieht. Mit einem 113mm Innenlager hat ja sozusagen das mittlere Kettenblatt die optimate Position zur mitte der Kassette. Jetzt nimmt ja die mittlere Kettenblattposition die äußere ein. Zum kleinsten Ritzel sollte die Kette ja dann recht schräg laufen. Oder hast du das in der Innenlagerlänge mit eingeplant und ein etwas längeres montiert? Würde natürlich blöderweise zu lasten des Q-Faktors gehen.

      Naja auf jeden Fall schonmal gut zu hören das die 10-Fach Kettenblätter bzw. die Konstruktion allgemein recht gut funktioniert Danke für's ausprobieren ;-) Grüße von Rhein und Neckar Jan

      AntwortenLöschen
    4. Hallo Jan,

      deine Bedenken hatte ich anfangs auch, da die Sugino XD eigentlich für 9-fach Antriebe konzipiert ist. Vorab hatte ich noch den Abstand der Kettenblätter bei 10 -und 11-fach Kurbeln gemessen. Dieser ist bei einer 11-fach Kurbel ~0,8mm geringer, als bei einer 10-fach Kurbel.

      In der Praxis und in Verwendung mit den TA-Blättern auf der Sugino Kurbel, hat das keine negativen Auswirkungen auf das Schaltverhalten und die Kurbelkombi funktioniert ohne Auffälligkeiten bisher. Die Kette steigt zackig auf das große Blatt und fällt genauso flink wieder auf das Kleine ohne sich dazwischen zu verklemmen oder auf das Lagergehäuse zu fallen. Es hat mich selbst gewundert, daß es so gut funktioniert.

      Deine geplanten Kettenblattabstufungen in Verwendung mit der fein abgestuften Kassette funktioniert definitiv. Dabei solltest du die Gesamtkapazität nicht außer acht lassen, welche auch mit über die Länge des Käfiges am Schaltwerk entscheidet.

      Die Länge des Innenlagers ist gerade mit den nach innen versetzten Blättern nicht eindeutig zu beziffern. Ich hatte in dem Rahmen ein Neco 110mm-Innenlager mit bekommen. Darauf war eine normale Kompakt-Kurbel montiert und hatte so auch bestens funktioniert. Mit meiner Kurbel und dem "großem" Blatt nun in der Mitte, war das Schaltverhalten suboptimal, da so zu den kleinen Ritzeln hin die Kette einen zu großen Schräglauf hatte, was ehr suboptimal ist. Die Achse des Lagers hat zudem eine leichten Versatz nach links - ist quasi asymmetrisch eingesetzt - was bei den meisten Lagern der Fall ist, aber eben auch für einen asymmetrischen Sitz der Kurbel sorgt. Das wollte ich keinesfalls und habe mit dem IRD ein Vierkantlager mit 113mm Breite und mittig sitzender Achse gefunden. Dadurch kommt die Kurbel mit den Blättern auf der Antriebsseite wieder ein Stück nach außen, das Schaltverhalten auf den unteren 2/3 der Kassette funktioniert nun viel besser mit geringeren Schräglauf und der Q-Faktor ist mit ~48mm (Mitte Innenlager --> mittleres Kettenblatt) ziemlich optimal. Bis auf das größte Blatt der Kassette kann ich trotzdem schalten, wobei der Schräglauf und die "Mahlgeräusche" natürlich etwas größer werden, was ja in der Natur der Sache liegt.

      Vielleicht funktioniert es auch an deinem Randonneur, aber eine Garantie kann ich dafür natürlich nicht geben ;- >

      Grüße an den Rhein,
      Matthias

      AntwortenLöschen